28.03.2012

Vier Millionen Vögel Opfer der Jagd

In Deutschland werden Jahr für Jahr etwa vier Millionen Vögel im Rahmen der Jagdausübung getötet.  Diese Zahl weist Wildtierschutz Deutschland e.V. für das Jagdjahr 2010/2011 aus. Tauben, Rabenvögel und Enten machen dabei den weitaus größten Anteil aus.

Während eine vom Deutschen Jagdschutzverband veröffentlichte Jagdstrecke lediglich gemeldete Abschüsse von Fasanen, Enten, Gänsen und Tauben, darüber hinaus selten gewordenen Rebhühnern und Waldschnepfen ausweist (insgesamt 1.516.446 Vögel), umfassen die Zahlen von Wildtierschutz Deutschland auch die hohe Dunkelziffer verendeter und nicht gemeldeter Tiere sowie nicht zentral erfasste Rabenkrähen, Elstern, Eichelhäher und geschützte Arten wie Dohle und Saatkrähe, darüber hinaus Kormoran, Reiher, Schwäne und andere.

Nach Untersuchungen in Skandinavien muss man annehmen, dass auf je zwei erlegte Wildgänse eine weitere entfällt, die ebenfalls von Schroten getroffen, aber nicht sofort getötet wurde. Dänische Biologen nehmen nach Auswertung umfangreichen Untersuchungsmaterials an, dass die Zahl der mit Schrot beschossenen und verletzten Vögel die Zahl der erlegten sogar übertrifft. Sehr viele Greifvögel verenden aufgrund einer Bleivergiftung, weil sie zuvor entsprechend kontaminiertes Wildfleisch zu sich genommen haben.

Der bundesweit tätige Verein geht von jährlich etwa 924.000 getöteten Rabenvögeln aus – nach offiziellen Angaben der zuständigen Ministerien werden zur Streckenstatistik allein aus Nordrhein-Westfalen 160.000 und aus Niedersachsen 150.000 dieser intelligenten und anmutigen Tiere gemeldet.  Rabenvögel sind eigentlich gemäß der EU-Vogelschutzrichtlinie geschützt. Die Länder haben wohl auf entsprechenden Druck aus Reihen der Agrar- und der Jagdlobby Ausnahmen erlassen. Man geht davon aus, dass durch diese Vögel u.a. erhebliche Schäden in der hoch subventionierten Landwirtschaft verursacht werden – diese werden allerdings nirgendwo zentral erfasst.

Foto: Eilert Voß - Diese und andere Geschenk-Urkunden finden Sie hier.


Obwohl es schon lange Belege dafür gibt, dass der Kormoran einerseits nicht Ursache für den Rückgang bestimmter Fischbestände ist und andererseits die Bejagung dieses ebenfalls durch die EU-Vogelschutzrichtlinie geschützten Zugvogels sogar kontraproduktiv ist, setzen viele Bundesländer weiterhin auf seine Verfolgung – z.B. in Rheinland-Pfalz mit dem Ergebnis, dass nach einer Jagdsaison mehr Tiere gezählt wurden, als zuvor. Freigewordene Reviere sind durch Zuzug unverzüglich neu besetzt worden und ganze Kolonien haben sich neue bisher ungestörte Plätze an kleineren Flüssen gesucht.

Wildtierschutz Deutschland plädiert für eine vollständige Einstellung der Jagd auf Federwild, Zug- und Singvögel und andere Vogelarten. Sie ist ökologisch überflüssig, ökonomisch unbedeutend und aus der Sicht des Tierschutzes häufig nicht vertretbar. Ein weiterer tierschutzrechtlicher Aspekt wäre, dass sich die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Enten erübrigen würde.
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16.03.2012

Füchse schießen oder schützen?

Hört man sich bei den Vertretern der Jagd um, so gilt der Fuchs dort häufig als Räuber, der in der aufgeräumten Kulturlandschaft eine Gefahr für das Niederwild, insbesondere Rebhühner, Fasanen und Hasen darstelle. Aus diesem Grunde sei der Fuchs mit allen Mitteln zu verfolgen: im Rahmen der Ansitzjagd, in Form von Treibjagden, mittels der umstrittenen Baujagd, bei welcher sogenannte Erdhunde den Fuchs aus dem Bau heraus den wartenden Jägern vor die Flinte treiben und mit Fallen, mittels derer im Frühsommer häufig die Jungtiere direkt vor ihrem vermeintlich sicheren Zufluchtsort, dem Bau abgefangen werden.

Für Wildtierschutz Deutschland macht die intensive Jagd auf den Fuchs keinen Sinn. Der Verein fordert eine umfassende Schonzeit für Füchse von Januar bis September. Dazu verweist er auf zahlreiche Studien, welche belegen, dass Verluste aus intensiver Bejagung bereits im nach kurzer Zeit durch Zuzug einerseits und durch höhere Reproduktion andererseits kompensiert werden (Literaturverzeichnis: www.schonzeit-fuer-fuechse.de).

„Eine Bestandsregulierung findet beim Rotfuchs über die Bejagung quasi nicht statt,“ erläutert Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland, „denn auch in vollkommen unbejagten Revieren pendelt sich der Bestand auf ein ökologisch vertretbares Maß ein, das ein Nebeneinander von Füchsen und Beutetieren ermöglicht.“ Nicht der Fuchs sei die Ursache für den Rückgang zum Beispiel der Rebhühner, sondern vor allen Dingen der landwirtschaftliche Eingriff in die Lebensräume dieser Tiere. Das zeigt auch das Beispiel Nordrhein-Westfalen, wo die Fuchsjagd ja bereits seit Jahrzehnten intensiv betrieben wird: es gibt dort seit langem so gut wie keine Rebhühner mehr.

Wildtierschutz Deutschland fordert eine Schonzeit für Füchse
Bild:Luise Dittombée

Nicht die Bejagung von Beutegreifern, sondern eine flächendeckende Umgestaltung der Landschaft mit Hecken und mit nicht bewirtschafteten Flächen könnte den Bodenbrütern helfen. Während die Hegeringe den Fuchs meist als Schädling für das Niederwild im Revier betrachten, schließen sich der Ökologische Jagdverband und die großen Naturschutzverbände vorwiegend der Meinung an, dass Reineke Fuchs vielmehr wichtige ökologische Funktionen innehat: bekannt ist er als „Gesundheitspolizei“ in Wald und Flur. Er ernährt sich von Aas und vertilgt als Hauptnahrung über 1.000 Mäuse im Jahr, wofür ihm sowohl Landwirte als auch Waldbesitzer dankbar sind. Junghasen sind geruchslos und werden nur zufällig Opfer von Füchsen; einen gesunden Hasen fängt der Fuchs nie – wohl aber ein krankes oder reaktionsschwaches Tier. So sorgt er als „Fitness-Trainer“ seiner Beutetiere durch Selektion schwacher Geschöpfe für einen gesunden Bestand.


Initiative „Schonzeit für Füchse“: http://www.schonzeit-fuer-fuechse.de/
Weitere Links zum Thema Fuchs: http://fuchs-vulpes-vulpes.blogspot.com/

08.03.2012

Kritisches zur Jagd ...

… erläutert ein Jäger mit dem Pseudonym Schlachter Ahrens im Wild und Hund Online Forum in einem Thread zur Fallenaktion des Komitees (wir berichteten):

"In Niedersachsen gibt es eine Stelle im Landesamt für Veterinärwesen (LAVES), an der nur Tierschutzsachen in Bezug auf Jagd bearbeitet werden, natürlich nur nach Anzeigen. Was da an Fällen aufläuft, ist unglaublich und bestätigt, dass viele Jäger keine Einstellung zur Kreatur und zum Tierschutz haben.

Es mag ja sein, dass einiges, was an negativen Dingen über Jagd in den Medien steht auf "Feindpropaganda" beruht. Aber das wirklich Schlimme daran ist: Wir wissen alle, dass es im Grunde alles auch wahr sein könnte und dass es auch viel schlimmere Dinge gibt. Jeder Jäger hat in seinem Bekanntenkreis etliche "Spezialisten", die bei der Jagd fünfe grade sein lassen und über deren Umtriebe man nur hinter vorgehaltener Hand spricht. Natürlich werden diese Typen auch immer zur Jagd eingeladen und damit in ihrem Handeln bestätigt.

Die Verwendung dieses Teils ist verboten - der Vertrieb dagegen nicht.


Solange keine Disziplinierung innerhalb der Jägerschaft stattfindet, wird es immer so weiter gehen. Wir können ja froh sein, dass die Jagdgegner nur vor den Messehallen stehen und "Mörder, Mörder" schreien. Wenn wirklich eine Handvoll von denen mal den Jagdschein machen und ein paar Jahre lang Undercover beobachten und dokumentieren, dann wird wirklich eine Bombe hochgehen. In höchsten Adelskreisen, bei Schwarzwildfiebrigen und im kleinen Revier vom Niederwildfanatiker, der Tellereisen für eine humane Fangart hält. Es geht nicht darum, dass von irgendwelchen aktuellen Vorwürfen etwas stimmt oder nicht stimmt. Es geht darum, dass wir Jäger immer nur mit dem Rücken zur Wand stehen, weil viele Idioten ungehindert in ihrem Revier Herrgott spielen. Und zwar nach den eigenen Spielregeln."


06.03.2012

Großaktion gegen die illegale Fallenjagd in NRW


Die illegale Jagd auf Greifvögel, Füchse, Marder und Hauskatzen ist in vielen Jagdrevieren Nordrhein-Westfalens immer noch an der Tagesordnung. Das ist das Ergebnis der diesjährigen Operation "Futterneid", bei der rund 30 Tierschützer und Polizisten zahlreiche Jagdreviere kontrolliert haben.

Wie das Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, wurden dabei innerhalb weniger Tage insgesamt 26 trotz Schonzeit beköderte und aktivierte Totschlag- und Lebendfangfallen entdeckt und angezeigt. Von der Polizei wurden mehrere Ermittlungsverfahren wegen Verdacht auf Jagdwilderei, Schonzeitvergehen sowie Verstoß gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet. Betroffen waren laut Komitee die Kreise Euskirchen, Heinsberg, Wesel, Kleve, Unna, Borken, Warendorf, Coesfeld, Siegen-Wittgenstein sowie der Rhein-Sieg-Kreis.

Im Münsterland und am Niederrhein wurden unter anderem verbotene Leiterfallen für den Fang von Greifvögeln sowie mehrere illegal betriebene Käfigfallen für Füchse und Marder gefunden. Weiterhin prüfen die Behörden, ob für ein im Wald bei Buldern errichtetes Gehege für die Aufzucht von Jagdfasanen eine Baugenehmigung vorliegt.

Bei Anholt (Kreis Borken) entdeckten die Naturschützer eine vermutlich illegal errichtete Voliere, in die eine etwa 2 Meter lange Fuchsfalle eingebaut war. Als Köder dienten Eier und lebende Enten, die ohne Futter und Wasser in einem Käfig dahinvegetierten. 

Verängstigter Dachs in der Falle: Jagdpächter gibt illegalen Fang zu

Glück im Unglück hatte ein Dachs, der am Sonntag bei Uedem im Kreis Kleve in eine trotz Schonzeit aktivierte Betonrohrfalle geraten war. Mit Hilfe der Polizei gelang es den Tierschützern, dass völlig panische Tier zu befreien. Der für das Gebiet zuständige Jagdpächter hat mittlerweile zugegeben, die Falle trotz Schonzeit aktiviert und beködert zu haben.

Der Verdacht, dass Jäger die Fallen in der Schonzeit betreiben, um unerwünschte Beute-Konkurrenten zu beseitigen, besteht auch bei insgesamt 6 weiteren Fanggeräten, die in den Kreisen Euskirchen, Heinsberg, Unna, dem Rhein-Sieg-Kreis sowie dem Kreis Siegen-Wittgenstein aktiviert gefunden wurden.

"Unsere Daten zeigen deutlich, dass es in manchen Kreisen ziemlich viele schwarze Schafe unter den Jägern gibt", so Alexander Heyd vom Komitee. Dazu komme, so der Naturschützer, dass das Aussetzen von Jagdfasanen und die damit einhergehende "Bekämpfung" von Prädatoren nicht mit einer ökologisch verträglichen Jagd vereinbar sind.





05.03.2012

Mit einer Petition zur Schonzeit für Füchse



Rotfüchse sind die letzten weitverbreiteten größeren Raubtiere in unserer Natur. Man bezeichnet sie zu Recht als die „Gesundheitspolizei" des Waldes. Nicht nur weil der Fuchs das Aas verunfallter Tiere und anderer Geschöpfe vertilgt, auch weil er als Beutegreifer eine besondere ökologische Funktion innehat: er betätigt sich quasi als „Fitness-Trainer" seiner Beutetiere, indem er Kranke und Reaktionsschwache unter ihnen ausselektiert. So vermehren sich nur die Starken und die Gesunden – dadurch wird auch die Gefahr von großflächigen Krankheiten z.B. im Hasenbestand erheblich reduziert.

Als Mäusefänger ist Vulpes vulpes, so sein lateinischer Name, ungeschlagen. Selbst unter einer dicken Schneedecke macht er zielsicher seine Beute aus. Ein ausgewachsener Fuchs vertilgt gut 1.000 Mäuse im Jahr. Da wo Füchse fehlen, beklagen sowohl Waldbesitzer als auch Landwirte Verbiss- und Fraßschäden durch kleine Nager.  Nicht selten greift der Bauer dann ins Giftregal – wobei es da inzwischen allerdings erhebliche Einschränkungen gibt.

„Der Fuchs zu trägt maßgeblich zum Gleichgewicht in der Natur bei", erläutert Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland, „der Vernichtungsfeldzug, den viele Jäger gegen den Fuchs unternehmen, ist wissenschaftlich überhaupt nicht nachvollziehbar." Kauertz, der gemeinsam mit Dag Frommhold, dem Betreiber der größten deutschen Internetseite über den Fuchs und 70 unterstützenden Organisationen die Initiative „Schonzeit für Füchse" ins Leben gerufen hat, widerspricht der Argumentation der Jäger vehement.

Neu: Spendenurkunde Wildtierschutz, Bild Luise Dittombée


Ohne Bejagung – das zeigen Studien in jagdfreien Gebieten – wächst der Bestand der Füchse keineswegs ins Unermessliche. Innerhalb ungestörter stabiler Familienstrukturen vermehren sich wesentlich weniger geschlechtsreife Fähen, und die Anzahl der Welpen pro Wurf ist geringer. Die Anzahl der Füchse in einem Revier wird einerseits über das Nahrungsangebot, andererseits durch die komplexe soziale Struktur der Tiere reguliert. Da wo diese Strukturen durch die Jagd zerstört werden, steigen die Geburtenraten jedoch drastisch. Selbst erhebliche Verluste werden somit schon im nächsten Jahr kompensiert – Untersuchungen zeigen, dass eine großflächige Reduktion der Fuchsbestände durch die Jagd schlichtweg nicht möglich ist.

Für Füchse besteht bislang in den meisten Bundesländern keine geregelte Schonzeit; die Tiere werden das ganze Jahr über mit Flinte und Falle gejagt. Selbst während der Jungenaufzucht sind zumindest Fuchswelpen vor Nachstellungen nicht sicher. Um dem Fuchs wenigstens ein Mindestmaß an Schutz zu gewähren, setzt sich die Initiative für eine bundesweite Schonzeit von Anfang Januar bis Ende September ein. Damit wäre der Zeitraum von der Paarungszeit bis zur Selbständigkeit der Jungtiere abgedeckt.

Um dieser Forderung weiteren Nachdruck zu verleihen, hat die Initiative Schonzeit für Füchse nun eine Online-Petition ins Leben gerufen. Auf der Website von openpetition   kann man diese unterzeichnen und das Anliegen der Fuchsfreunde so unterstützen.

Alles über Füchse

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02.03.2012

Neu: Geschenkurkunden für Spender und Förderer

Möchten Sie einem lieben Menschen eine Freude machen - oder sich selbst?
Ab sofort stellen wir Ihnen auf Wunsch mit Ihrer Spende oder Ihrem Förderantrag wunderschöne Urkunden mit Wildtiermotiven von unseren besten Tier- und Naturfotografen aus. Info und weitere Motive finden Sie hier.

Motiv 1: Wildkatzen von Luise Dittombée

29.02.2012

40 Tote durch Jagdwaffen: Jäger, Nachbar, Ehefrau

2011 sind mindestens 40 Menschen in Deutschland durch Jagdwaffen getötet geworden, etwa 800 weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

Eine zentrale Erfassung aller tödlichen Jagdunfälle und Strafdelikte mit Jagdwaffen gibt es in Deutschland nicht. Während Jagdverbände gerne ausschließlich die Anzahl der Toten durch Jagdunfälle veröffentlichen, erfasst die Initiative „Abschaffung der Jagd" sämtliche Opfer, die in Deutschland durch eine Jagdwaffe umkommen. Dazu ist ein Pressedienst eingerichtet, der sämtliche Beiträge deutscher Medien entsprechend auswertet.

Opfer der oft schon betagten "Täter" sind Jagdkollegen, die mit der Wildsau verwechselt werden, der 74-jährige, der sich aus Versehen selbst erschießt, der Treiber im Maisfeld, aber auch die Ehefrau, die Ex-Freundin oder der Nachbar. Dazu kommen etwa 800 Jagdunfälle, die Jahr für Jahr den Berufsgenossenschaften gemeldet werden.

Zu Unfällen kommt es sehr häufig, weil bei Gesellschaftsjagden die Sicherheit vernachlässigt wurde oder der vermeintlich erfahrene Jäger seine Waffe entgegen der Vorschriften nicht gesichert hatte. Häufig ist es auch die Ungeduld, die Konkurrenzsituation während einer Drückjagd oder einfach eine "Schuss-Hitzigkeit". Das Ziel wird nicht  - wie handwerklich gefordert -  zunächst "angesprochen" (darunter versteht man die eindeutige Identifizierung des potentiellen Opfers), sondern in der Erwartung schon den Richtigen zu treffen, wird der Finger aus dem Bauch heraus krumm gemacht - oft auch mit fatalen Folgen für das Wild. So genannte Keulen- (Gliedmaßen), Pansen- (Bauch) oder Äserschüsse (Kiefer) sind keine Seltenheit und geschehen sehr häufig bei Drückjagden oder bei Jagden während der Dämmerung oder in der Nacht. Diverse Untersuchungen sprechen davon, dass nur etwa ein 25 – 30 % der Rehe und Wildschweine bei Bewegungsjagden mit einem ersten Schuss getötet werden.
Nicht nur das Tier ist Opfer: 40 Tote durch Jagdwaffen

"In Deutschland wird zu viel gejagt ... und das weitgehend ohne ökologischen Sinn – von der Verwertung der Tiere ganz zu schweigen" sagt Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland. Man könne die Liste der jagdbaren Tierarten ohne negative Konsequenzen für das Gleichgewicht der Natur von heute auf morgen von ca. 100 auf 10 zusammenstreichen und die Jagdzeit auf die letzten 3 Monate des Jahres beschränken. Für landwirtschaftliche Schäden, die über ein gewisses Maß hinausgingen, könne man dann einen von Landnutzern gespeisten Wildschadenfonds auflegen.


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26.02.2012

Ist Fuchsjagd ein geeignetes Mittel, um bedrohten Tierarten zu helfen?

Von Dag Frommhold, www.fuechse.info

In nahezu allen Fällen ist die Antwort auf diese Frage ein klares Nein. In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet sind Füchse nie die Ursache der Gefährdung einer Tierart; diese ist vielmehr in der zunehmenden Zerstörung des Lebensraumes, der Deckung und des Nahrungsangebots vieler Wildtiere zu sehen. Biologen sind sich weitgehend darin einig, dass die einzige dauerhaft wirksame Maßnahme, um den Fortbestand dieser bedrohten Arten zu sichern, die Rücknahme der Gefährdungsursache selbst ist. Es wäre also angebracht, die Flinte zur Seite zu legen und stattdessen Hecken zu pflanzen, Ausgleich für zerstörte Biotope zu schaffen und die Lebensgrundlagen der gefährdeten Tiere wiederherzustellen.

Selbst Organisationen wie der Ökologische Jagdverband, der ganz sicher nicht in dem Ruf steht, ein Verband für Fuchsfreunde zu sein, sieht in der massiven Verfolgung des Fuchses zum angeblichen Schutz bedrohter Beutearten eine gefährliche "Hetze gegen Füchse", die sinnlos Ressourcen bindet und von den tatsächlichen Rückgangsursachen bedrohter Tierarten ablenkt.

Der Fuchs ist nicht des Hasen Tod
Bild: Andreas Klein

Eine Studie aus den Niederlanden, die die Erforschung des Einflusses von Füchsen auf die Populationen bedrohter Wiesenvogelbestände zum Inhalt hatte, brachte dementsprechend Entlastung für Meister Reineke: Beutegreifer im Allgemeinen spielten für den Rückgang der Vogelarten nur eine untergeordnete Rolle, und Fuchsrisse im Besonderen erwiesen sich mit durchweg weniger als fünf Prozent der insgesamt von Beutegreifern verursachten Verluste als völlig unbedeutend.

Selbst im Extremfall einer räumlich abgegrenzten Population bedrohter bodenbrütender Vogelarten macht es oft aus der Perspektive des Artenschutzes keinen Sinn, Füchse zu erschießen. Die Verhaltensweisen, das Jagdverhalten und die bevorzugten Aufenthaltsorte des territorialen Fuchses (=des Revierinhabers) sind den Vögeln bekannt; sie können den Räuber also einschätzen.

Außerdem hält der Revierinhaber Konkurrenten fern, indem er reviersuchende Füchse (und auch andere Beutegreifer) konsequent aus seinem Revier verjagt. Wird dieser territoriale Fuchs jetzt aber getötet, entsteht ein Vakuum, das eine regelrechte Sogwirkung auf herumstreunende Füchse aus dem Umland hat. Die Anzahl der Füchse, mit der die bedrohten Vögel konfrontiert sind, steigt also kurzfristig sogar an, und mehr noch: Die Gewohnheiten dieser Füchse sind ihnen unbekannt. Damit wächst paradoxerweise die Gefahr, einem Fuchs zum Opfer zu fallen, sogar an.

Dass die großflächige Reduktion von Füchsen mit jagdlichen Mitteln unmöglich ist, wurde vielfach zweifelsfrei belegt. Nur dort, wo mittels extremer Fuchsbekämpfung überhaupt eine drastische örtliche Ausdünnung oder sogar Ausrottung von Füchsen - und natürlich allen anderen relevanten Beutegreifern - erreicht werden kann, lässt sich überhaupt eine Konstellation konstruieren, in der Restpopulationen einer Beuteart durch Fuchsverfolgung geholfen werden kann. Ob jedoch der gewaltsame Tod Hunderter oder Tausender Füchse, Marder, Krähen und Greifvögel pro Jahr zur Verlängerung des Überlebens einer wenige Dutzend Tiere zählenden Vogelpopulation ethisch rechtfertigbar ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Und ob die dazu eingesetzten finanziellen und personellen Ressourcen nicht weitaus besser und effektiver in Maßnahmen zur Restrukturierung des Lebensraums der bedrohten Art und demnach zur dauerhaften, nachhaltigen Sicherung ihres Überlebens eingesetzt werden könnten, ebenfalls.


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25.02.2012

Ein Quicky zum Abschuss von Hauskatzen

Zitat aus einem Online-Jagdforum:

„Die gesammelte Grütze der letzten Seiten spricht mal wieder Bände warum wir Jäger so eine schlechte Wahrnehmung in der Öffentlichkeit haben:

Dem Einen sind die 11.000 Katzen (Anm. d. Red.: … in einem Bundesland gemeldete Katzen) noch viel zu wenig, der Andere gibt offen zu, dass er geschossene Katzen niemals melden würde und der nächste würde die Katzen am liebsten gleich am Gartenzaun erschießen oder besser noch mit dem Jagdhund abtun. Dann hat die Katze wenigstens noch einen Sinn...“

Anmerkung Redaktion: in Deutschland werden Jahr für Jahr mindestens 200.000 Katzen von Jägern erschossen, in Fallen gefangen, erschlagen oder von ihren Jagdhunden zerrissen. Basis für das „waidgerechte“ Töten von Katzen im Rahmen des „Jagdschutzes“ ist die Gesetzgebung der Länder.

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20.02.2012

Petition zur Einführung einer geregelten Schonzeit für Füchse

In den wenigsten Bundesländern gibt es eine geregelte Schonzeit für Füchse – und wenn, dann ist sie nach Meinung der Initiative „Schonzeit für Füchse" wie in NRW entweder zu kurz oder betrifft wie in Berlin ausschließlich Altfüchse. Im Saarland hat man eine Schonzeit von Mitte Februar bis Mitte August eingeführt.

Lediglich während der Aufzucht der Jungtiere sind die „erforderlichen" Elterntiere für eine kurze Zeit durch das Bundesjagdgesetz geschützt. „Das ist ein Gummiparagraf – weil er nahezu beliebig ausgelegt werden kann" meint Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland. Füchse werden meist im Juni, wenn die Jungtiere gerade mal 2-3 Monate alt sind, schon wieder bejagt – der Fuchsrüde wird meist nicht als „erforderlich für die Aufzucht der Jungtiere" gesehen.

Dabei spricht die Forschung eine andere Sprache: Die Überlebenschance von Jungtieren, die ohne Vater aufwachsen, ist erheblich geringer. Der Rüde erweist sich nicht nur als Ernährer, sondern auch als Beschützer der jungen Familie als nützlich. Deshalb ist es wichtig, bereits im Januar, wenn die Fähen schwanger sind, vollständig auf die Fuchsjagd zu verzichten.

Jungfuchs in der Stadt - Bild: FrecherFuchs.de

Die Initiative „Schonzeit für Füchse" fordert, die Jagd auf Füchse von Januar bis September vollkommen ruhen zu lassen. Die Forderung, die von 70 Organisationen auf dem Tier- und Naturschutz unterstützt wird, im Wortlaut:

Die Unterzeichner dieser Petition fordern die Länder und den Bund auf, eine rechtlich verbindliche Schonzeit für den Rotfuchs, die vom 1. Januar bis zum 30. September reicht, in die jeweiligen Jagdzeitenverordnungen aufzunehmen. Die Hauptbegründungen dieser Forderungen ergeben sich aus den folgenden Tatsachen:

•           Es kann frühestens im September davon ausgegangen werden, dass Jungfüchse vollständig von ihren Elterntieren unabhängig sind.

•           Fuchsrüden sind in der Aufzuchtzeit für die Versorgung von Fähe und Welpen von erheblicher Bedeutung. Sie müssen daher bereits nach der erfolgreichen Paarung – also spätestens im Januar – vor Nachstellungen geschützt werden.

•           Da Rüde und Fähe auf die Distanz in aller Regel nicht sicher unterschieden werden können, dürfen keine geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Schonzeitenregelung gemacht werden.

•           Die Bekämpfung von Füchsen zur Bestandsreduktion ist zum Scheitern verurteilt und aus ethischen und ökologischen Überlegungen grundsätzlich abzulehnen.


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19.02.2012

Pressespiegel Wildtierschutz Deutschland


Die unermüdliche Öffentlichkeitsarbeit von Wildtierschutz Deutschland zeigt Wirkung – mit zahlreichen Erwähnungen in der regionalen und bundesweiten Presse.  In den ersten sechs Wochen des Jahres konnte der deutschlandweit agierende Verein zahlreiche jagdkritische Artikel lancieren oder inhaltlich dazu beitragen. 

Im Januar und Februar beherrschten zwei Themen die jagdkritischen Medien: das Unvermögen der Jäger durch jagdliche Mittel den Wildschweinbestand im Zaum zu halten und das massenhafte Töten eines der nützlichsten Tiere unserer Fauna – des Fuchses. 

Gleich zu Beginn des Monats titelt FOCUS: „Mitschuld der Jäger – die Zahl der Wildschweine explodiert“ und greift dieses Thema im Februar nochmals auf. Auch für die rheinland-pfälzische Allgemeine Zeitung ist das „Wildschweinproblem jägergemacht“.


 Anlässlich sogenannter Fuchswochen diskutiert die Rems-Murr-Rundschau im Januar die gegensätzlichen Argumente von Jägern und von Tierschützern und beleuchtet diesen Aspekt der Jagd aus beiden Blickwinkeln.  Vielleicht ist das ja der Anfang einer kritischen journalistischen Auseinandersetzung mit  den unterschiedlichen Aspekten der Jagd, die gesellschaftlich derzeit ganz gut Gegenwind hat – auch wenn Umfragen im Umfeld von Jagdmessen das nicht so sehen. Lang genug wurden die Aussagen von Kreisjägermeistern, Hegeringen und Jagdvereinen von vielen Medien weitgehend unkritisch widergegeben. 

In diversen Fernsehbeiträgen des SWR hatte die Initiative ‚Schonzeit für Füchse‘ die Möglichkeit  ihre Positionen deutlich zu machen.  Hohe Resonanz hatte wohl auch Der Spiegel mit seinem großartigen Beitrag zur Krähenjagd in Deutschland, die für einige revierlose Spaßjäger nicht mehr als Gruppengaudi zu sein scheint.

In diesen Tagen beherrschten dann sechs verwaiste Frischlinge, die mithilfe von Wildtierschutz Deutschland in die Auffangstation Lehnitz bei Oranienburg vermittelt werden konnten, die bundesdeutsche Presse: das ans Herz gehende Thema schaffte es in über 70 Artikel und Videos.

Um Freunde, Unterstützer und Interessenten künftig hinsichtlich seiner Veröffentlichungen auf dem Laufenden zu halten, informiert der Verein ab sofort auf  www.wildtierschutz-deutschland.de über seinen Pressespiegel.


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17.02.2012

Alle Wildschweinbabys haben Namen

Die sechs vor einer Woche im Norden Berlins aufgefundenen verwaisten Wildschweinbabys haben Namen: Die Mädels heißen Nasty, Diva und Pünktchen, die Jungs Borstel, Moses und Turbo.

Die inzwischen 10 Tage alten Frischlinge, die ihre Mutter möglicherweise durch die Jagd verloren haben, sind inzwischen wohl auf. Dank der Wildtierauffangstation Lehnitz bei Oranienburg werden sie mit Ferkelaufzuchtmilch und Brei aufgepäppelt und haben auch schon eine Zukunftsaussicht: da die nun handzahmen Borstentiere kaum noch ausgewildert werden könnten, finden sie einen „Altersruhesitz" in einem vor Nachstellung geschützten Wald von Tierfreunden.

Liebevoll kümmert sich auch Bulldogge Baby um den Neuzugang

Wildtierschutz Deutschland e.V. weist darauf hin, dass es gerade bei sogenannten Drückjagden immer wieder dazu käme, dass führende Bachen getötet werden. Die Unterscheidung der Tiere ist gerade in den Wintermonaten extrem schwierig, zum einen weil das borstige Winterfell die Geschlechtsmerkmale verdeckt zum anderen weil sich aufgrund zerstörter Familienstrukturen und gutem Nahrungsangebot selbst Wildschweinkinder vermehren. Hinzu kommt, dass bei dieser Jagdform die Sauen meist auf der Flucht erschossen werden, was die „Ansprache"  - also das Erkennen von Alter und Geschlecht und die Einschätzung des sozialen Ranges -  nochmal schwieriger mache.


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15.02.2012

Wer hat die Kompetenz in Sachen Naturschutz in Deutschland?

Hört man sich beim Deutschen Jagdschutzverband (DJV) und in Hegegemeinschaften um, so erfährt man, dass die Jagd erforderlich sei, um Wildtierbestände zu regulieren – schließlich gebe es ja keine großen Raubtiere mehr. In der aufgeräumten Kulturlandschaft müsse man zudem durch die Bejagung von Fuchs, Dachs und Krähe für ökologisches Gleichgewicht sorgen.  Schädlinge, die den Wald verbeißen und Äcker umwühlen, müssten dezimiert werden, um Schäden von Dritten abzuwenden.

Befragt man den Deutschen Naturschutzring (DNR),  in welchem auch die großen Naturschutzverbände wie NABU oder BUND vertreten sind, ebenso wie der Deutsche Tierschutzbund oder der Ökologische Jagdverband  – also Organisationen, die wirklich vom Fach sind und über 5 Millionen Bundesbürger repräsentieren –,  dann ist von einer Erfordernis der Jagd nur noch eingeschränkt die Rede. 

Man toleriert die Jagd im Wesentlichen da, wo die getöteten Tiere sinnvoll verwertet werden, also zum Beispiel als Wildbret. Heute ist es allerdings so, dass der weitaus (!) überwiegende Teil der etwa 10 Millionen Tiere (inklusive der in offiziellen Statistiken nicht erscheinenden Tierarten), welche durch die Jagd in Deutschland jedes Jahr ihr Leben verlieren, einfach entsorgt wird.  Eine Jagd auf Beutegreifer wie den Fuchs oder die Marderartigen mit dem Ziel der Bestandsreduzierung wird von den meisten Tier- und Naturschützern, von Biologen und von vielen neutralen Wissenschaftlern abgelehnt. Selbst Jäger, die nicht im DJV organisiert sind, haben kaum Verständnis für die ganzjährige Jagd auf diese für die biologische Vielfalt durchaus nützlichen Tiere.

Auf der politischen Tagesordnung stehen bereits die Abschaffung der Fallenjagd, das Töten von Hunden und Katzen und die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren. Der Widerstand der konservativen Jäger, die bis in die höchsten Ebenen der Politik bestens vernetzt sind, ist entsprechend hoch.

Wenn es in Deutschland um Naturschutz, biologische Vielfalt und um Artenschutz geht, wissen die Jäger sich nicht nur öffentlichkeitswirksam zu präsentieren, sondern auch gut zu verkaufen. Aber wer hat eigentlich die Kompetenz in Sachen Tier- und Naturschutz? Die Jäger, die sich gerne als Naturschützer ausgeben, oder doch die großen im DNR zusammengeschlossenen Natur- und Tierschutzorganisationen? Zugegeben, die Jäger scheinen einen stärkeren Rückhalt in der Politik zu haben. Sie weisen zahlreiche „wissenschaftliche“ Belege für Ihre Theorien und Argumente für die Jagd vor und werden von der Politik gehört – in der Vergangenheit schienen sie kaum angreifbar.

Wenn man allerdings recherchiert, stellt man schnell fest, dass ein Großteil dieser wissenschaftlichen Arbeiten von sogenannten „Jagdwissenschaftlern“ kommt oder von staatlichen Wildforschungsstellen, die ebenfalls von Jägern betrieben werden – ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Die Fallenjagd auf Beutegreifer macht ökologisch keinen Sinn
Steinmarder, fotografiert von Luise Dittombée

Es scheint in jagdunabhängigen Fachkreisen Konsens darüber zu herrschen, dass zumindest für das ökologische Gleichgewicht die Jagd weitgehend obsolet ist. Nicht die Jagd ist das Mittel der Wahl zur Gewährleistung einer biologischen Vielfalt, sondern vielmehr eine entsprechende Umgestaltung der landwirtschaftlich intensiv genutzten Landschaft. Das, was Jäger in diesem Bereich durch Hegemaßnahmen beitragen, ist zwar lobenswert, aber ein Tropfen auf den heißen Stein, der sich nicht einmal in Promille der bejagten Fläche ausdrücken lässt.

Dass die Bestandsregulierung durch die Jagd trotz ihrer kontinuierlichen Intensivierung nicht funktioniert, zeigen Reh- und Schwarzwildbestände, die nach der vom DJV veröffentlichten Statistik zur Anzahl der getöteten Tiere in Deutschland (Streckenstatistik) so hoch wie nie zuvor sind.
Nicht wenige Kritiker werfen sowohl der Jagd als auch der Politik vor, Verursacher der heutigen Situation zu sein. Es werde zu viel gefüttert und auf fast alles geschossen, was sich bewegt, wodurch die für eine Begrenzung der Reproduktion erforderlichen Familienstrukturen nachhaltig zerstört werden.

Entgegen der Behauptung der großen Jagdverbände und ihrer Funktionäre hat sich die Jagd in den vergangenen Jahrzehnten nicht bewährt. Das zeigen nicht nur die Bestandszahlen von Wildschweinen und Rehen.  Auch bei anderen Tierarten, z. B. Zugvögeln wie dem Kormoran ist die Jagd kontraproduktiv. Die Jagd hat sich auch aus Sicht des Tierschutzes nicht bewährt, denn unter dem Deckmantel der unbestimmten Waidgerechtigkeit geschehen die grausamsten Tierquälereien.
Die Jagd trägt auch nicht zur Erhöhung der Biodiversität in Deutschland bei. Trotz intensiver Beutegreifer- und „Raubzeug“bejagung nehmen insbesondere Bodenbrüter immer weiter ab. 

Die Jagd wird schon lange von breiten Kreisen unserer Gesellschaft nicht mehr akzeptiert. Aus diesen Gründen ist es opportun, über eine grundsätzliche Reform der Jagd unter der Regie von Tier- und Naturschützern nachzudenken!  


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12.02.2012

Wildschweinbabies haben neues Zuhause gefunden - und suchen einen Namen

Ohne ihre Mutter sind sie in der freien Natur dem Tode geweiht – durch Erfrieren: 9 Wildschweinbabies, von denen 3 bereits tot sind, als sie gestern in der Nähe eines brandenburgischen Reiterhofes im Nordosten Berlins von Inge K. aufgefunden werden. Die Berlinerin war vollkommen aufgelöst – keiner will sie haben, der Wildtierpark nicht, NABU nicht, Förster nicht, dem Jäger will man sie nicht geben: „kein Interesse“ – „die sind doch eine Plage“ – „werfen Sie die an die Wand“.

Die 3 Tage alten Frischlinge haben ihre Mutter verloren

Nach Auskunft von Inge K. fand am Tage zuvor eine Jagd in der Nähe des Reiterhofes statt. Vermutlich ist das führende Tier dabei umgekommen. „Eine echte Schweinerei“, sagt Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland. „Ich kann mir eigentlich nur vorstellen, dass das Tier durch Hunde von den Jungtieren getrennt wurde, ansonsten würde eine Wildschweinmutter ihre Neugeborenen kaum alleine lassen.“ Wenn dem so war, habe sich der Jäger möglicherweise einer Straftat schuldig gemacht – weil er ein führendes Tier getötet hat und weil er möglicherweise keine Nachsuche vorgenommen oder veranlasst hat. „Das ist des Jägers höchst Gebot, was du nicht kennst, das schieß nicht tot“ gelte für viele Waidmänner wohl schon lange nicht mehr. Anders sei es nicht zu erklären, dass insbesondere bei Bewegungsjagden immer wieder Leitbachen und führende Tiere – die im Winter aufgrund der langen Borsten allerdings auch schwierig auszumachen sind – getötet werden. Spätestens aber beim erlegten Tier wird man durch das Gesäuge gewahr, dass man ein Muttertier getötet hat. Wer hier keine Nachsuche ansetzt handelt vorsätzlich.

Wir helfen mit Ihrer Unterstützung

6 Gestreifte haben dank Wildtierschutz Deutschland in Oranienburg ein neues Zuhause gefunden. Die ca. 3 Tage alten Tiere wurden tierärztlich untersucht und zum Teil auch versorgt. Mit Ferkelaufzuchtmilch werden sie nun hochgepäppelt. Wenn sie selbstständig sind, will man versuchen sie entweder auszuwildern oder an einen Wildtierpark vermitteln – beides kein leichtes Unterfangen.

Um die Wildtierauffangstation finanziell etwas unterstützen zu können, bitten wir um einen kleinen Beitrag auf unser Spendenkonto (Verwendungszweck: Wildschweinbabies):
oder über Konto-Nr. 6008 639 500, GLS Bank, BLZ: 430 609 67

PS. Wenn Sie einen Namen für unsere Schweinchen vorschlagen möchten, besuchen Sie uns auf Facebook oder Twitter und machen Sie einen Vorschlag oder mailen Sie an wildtierschutz (at) gmail.com

11.02.2012

Ballerei am Himmel

Der Spiegel - von Renate Nimtz-Köster

Ausgerüstet wie militärische Spezialkommandos, führen Jäger einen Krieg gegen die Krähen. Doch die schlauen Vögel werden zu Unrecht bekämpft.

Sie nennen sich Harras, Fuchsschreck, Beizjägerin oder Demonicus. Im Internet tauschen sie sich über ihr krudes Hobby aus: Die selbsternannten "Crowbuster" lieben es, möglichst viele Krähen vom Himmel zu schießen.

Für den "Mordsspaß" ist ihnen keine Strapaze zu groß. "An den drei tollen Tagen 1651 Kilometer runtergerissen, 6 Stunden gepennt", protzt einer von ihnen im Netz: "War 'ne supergeile Sache."

Keine Frage, die Krähenjäger haben eine Meise. Als würden sie in den Krieg ziehen, rüsten sie sich aus wie militärische Spezialkommandos. Sie tragen Tarnanzüge und Gesichtsschleier, feuern mit halbautomatischen Gewehren und setzen künstliche Lockvögel ein.

Junger Rabe - Bild: Werner Hupperich

Im Online-Forum der Jägerzeitschrift "Wild und Hund" des Paul Parey Verlags berichten die Crowbuster über die Sucht, die sie beim "Krähen ping pong" gepackt habe. Dem Handy-Zuruf "Warte kommt Krähe … bautz bautz" folgt Sekunden später als Vollzugsmeldung "bopp bopp" - Treffer, versenkt.


Konto-Nr. 6008 639 500, GLS Bank, BLZ: 430 609 67



Aktionsbündis Jagdfreie Natur auf der Frühjahrsmesse in Kassel

Im Rahmen des "Aktionsbündnis Jagdfreie Natur" päsentiert sich pro iure animalis zusammen mit seinem Kooperationspartner "Anti-Jagd-Allianz e. V." und der "Partei Mensch Umwelt Tierschutz"  bei der "Frühjahrsmesse Kassel"  auf einem gemeinsamen Infostand.

Die Messe beginnt am 25. Februar 2012 und endet am 4. März 2012.

Den Stand Nr. 522 des Aktionsbündnisses finden Sie täglich zwischen 9:30 und 18:00 Uhr in Halle 5. Weitere Infos gibt's hier.

 

Konto-Nr. 6008 639 500, GLS Bank, BLZ: 430 609 67

10.02.2012

Wildtierschutz Deutschland: Wildschadenfonds über 500 Millionen Euro

Als ein wesentliches Argument für die Jagd wird immer wieder der Schutz vor Schäden an land- oder forstwirtschaftlichen Flächen und auch in der Binnenfischerei vorgegeben. Hauptverursacher seien das Rehwild im Wald, das Schwarzwild auf den Äckern und Kormorane an den Binnengewässern. 

Um das Schadenproblem  - welches übrigens niemand genau quantifizieren kann -  in den Griff zu bekommen, braucht es keine intensive Bejagung rund ums Jahr.  Diese ist nach Meinung von Wildtierschutz Deutschland auch nicht zielführend:  Trotz  - manche Kritiker sagen gerade wegen  - intensiver Hege und Bejagung steigen insbesondere die Bestände der potentiellen Schadenverursacher  wie Reh und Wildschwein seit Jahrzehnten kontinuierlich.

Deshalb setzt Wildtierschutz Deutschland auf ein radikales Umdenken im Hinblick auf die Jagd: Jagd sollte  - wenn überhaupt -  ausschließlich der Beschaffung von Wildbret dienen. Während die Jagd bei gleichzeitiger Nutzung der getöteten Tiere noch auf eine breite gesellschaftliche Akzeptanz stößt, ist bei der Jagd reine Freizeitbeschäftigung oder als „Schädlingsbekämpfung"  - und das betrifft auch Fuchs, Dachs und Co. – gerade eine gegenläufige Tendenz ersichtlich. Alle großen Tier- und Naturschutzverbände sprechen sich im Wesentlichen gegen die Jagd als Instrument des großräumigen Wildtiermanagements aus. Für die meisten wildlebenden Tiere gilt, dass sich ihre Bestände ohne signifikanten negativen Einfluss auf die Biodiversität von selbst regeln. In jagdfreien Gebieten hat man sogar eine Erhöhung der biologischen Vielfalt festgestellt.

Schaden durch Wildschweine, Bild Gerhard Elsner

Wildtierschutz Deutschland vermutet einen Gesamtschadenaufwand in Landwirtschaft, Forst und Kommunen von maximal 500 Mio. Euro im Jahr, eher weniger. Entsprechende Mittel könnten in einen nationalen Wildschadenfonds eingezahlt und über die Unteren Jagdbehörden an Geschädigte ausgezahlt werden. Natürlich müsste man darüber nachdenken, in welcher Größenordnung Eigenverantwortung für die Vermeidung von Schäden übernommen wird oder auch welcher Pflanzenverbiss in Wäldern zu tolerieren ist.

Gespeist über eine Wildschadenabgabe in Höhe von 1 % aus dem Umsatz von Betrieben aus Landwirtschaft, Forst und Fischerei käme ebendieser Betrag zustande.  Alternativ teilt man den Aufwand zwischen Betrieben und dem Steueraufkommen des Bundes oder der Länder. Oder man kürzt die jährlichen Agrarsubventionen von Bund, Ländern und EU, die in 2010 satte 13 Milliarden Euro betrugen, um den erforderlichen Teil.

Möglichkeiten, die keinem wirklich wehtun und andererseits die Jagd auf die Nutzung einiger weniger Wildtierarten zur Gewinnung des Wildbrets, einen kurzen Zeitraum im Jahr und damit auf einen breiten gesellschaftlichen Konsens reduziert, sollte es nicht wenige geben.


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